Room No. 7

Donnerstag, 29.11.2012 Yogyakarta

Da ich ein verlängertes WE für meinen Jogja-Trip erwischt hatte, waren natürlich alle angenehmen Reisemöglichkeiten schon ausgebucht oder überteuert. Blieb nur Bus, um nicht weiter in Jakarta rumhängen zu müssen.

Nach einigem Hin und Her - der Ticketschalter, wo ich eigentlich eine Karte kaufen wollte, war schon zu und alle um mich herumhüpfenden Leute meinten, dass nachts auch keiner von dieser Firma fahren würde - hatte ich mich schließlich dazu entschlossen die nächstbeste Möglichkeit wahrzunehmen, um nicht stundenlang nachts am Busbahnhof sitzen zu müssen: Bus nach Purwokerto (ziemlich in der Mitte zwischen Jakarta und Jogja), dann Umsteigen nach Jogja.

Eigentlich sollte der Bus 'bald' losfahren, wir standen allerdings noch ne geschlagene Stunde rum und sammelten Gäste bis es endlich losging. Ein nettes indonesisches Mädchen saß vor mir und versuchte sich bald in ihrem ihrer Meinung nach schlechten Englisch. Es war so viel besser als das meiste, was ich bis dahin gehört hatte, dass mir ganz froh wurde. ^^

Da der Busfahrer auf der Strecke immer wieder weitere Gäste einsammelte, saßen Yanny und ich iwann nebeneinander. So kann man sich leichter unterhalten. Fotos gibt es von dieser Reise nicht. Zum einen war es zu dunkel, zum anderen wollte ich nicht meine Wertgegenstände vorzeigen. Schlaf war rar, die Lüftung störte. Morgens gerieten wir in einen laaaaangen Stau. Ursprünglich waren 12h für die Reise vorgesehen. Nach 12h waren wir gerade mal in Purwokerto. Abends, nach mehreren Gesangseinlagen von Straßenmusikern und einem Karaokevideo auf dem buseigenen Fernseher, erreichten wir endlich Jogja. Yanny und ein Kumpel von ihr waren so nett, mir bei der Unterkunftssuche behilflich zu sein. Sie haben Otter als Haustiere...

Und so landete ich im Diaga Graha. Das Englisch des Mannes/Jungen an der Rezeption war rudimentär, aber mit Zeichen- und Malsprache ging's.

Das Hotel hat einen hübschen Innenhof, um den die Zimmer und die Essecke angelegt sind. Es war nicht billig, aber immerhin angenehm groß, mit Aircon und Deckenventilator, Frühstück, heiß Wasser (allerdings indonesische Dusche = Wasser schöpfen und über sich gießen) und schööön ruhig. Nachmittags und abends. Morgens wurde zum Frühstück geklopft und da mein Zimmer genau auf der anderen Seite des Frühstücksbereichs lag, hörte ich sämtliche anderen Gäste. Teilweise enorm laut und das um 7.00 früh. Igitt.

Wenn wenig Gäste da waren, wurde mir das Frühstück sogar zum Zimmer gebracht. Auch wenn sie mich damit jedes Mal gegen 7.30 aus dem Bett holten - so konnte ich wenigstens das Frühstück nie verpassen.

  Mein Doublekingsize Bett Blick von der Tür zum Schrank Das Bad Blick vom Schrank zur Tür

Nach den zwei Tagen nur schnell zum nächsten Minimarkt gehen und Instantnudeln holen, traute ich mich am dritten Tag endlich wieder unter Menschenmassen. Anders kann man das in Jogja nicht nennen.

Der Kraton, der Königspalast in Yogyakarta, der auch heute das Domizil des Sultans von Yogyakarta ist, hat mich aus dem Zimmer gelockt. Dort sollten jeden Morgen Aufführungen stattfinden. Traditionelle Gamelanmusik, traditioneller Tanz, Wayangtheater. Und Tanz nur sonntags, also musste ich mir das doch mal ansehen.

Pustekuchen. Als ich dort mit reichlich Umweg ankam (google maps scheint mit Asien nicht so zurechtzukommen, alles ist näher als in Wirklichkeit), erzählte mir ein netter älterer Englisch sprechender (!) Herr, dass dort eine Zeremonie abgehalten wird. Wohl wegen des Feiertages (muslimisches Neujahr). Der Kraton werde für Besucher erst wieder nachmittags ab eins und dafür bis 4 statt 2 offen sein. Ich solle besser zum Art Center, da könne man Batikherstellung live sehen, dann Markt und dann Kraton.

Er organisierte mir gleich auch ein günstiges Vehikel mit Lokal- statt Touristenpreis.

So sah's auf dem Weg aus:

Becak nennt sich dieses Gefährt, manchmal mit Motor Delman, mitten im Verkehr, das arme Tier

Das Art Center ist ein wenig versteckt, der Fahrer stand davor und sah es nicht, sodass ein Passant ihm weiterhalf. Es ist recht klein, gerade mal zwei Frauen (Schülerinnen) konnte man bei der Arbeit sehen. Dafür gab's jede Menge Gemälde aus Batik. Nicht nach Größe im Preis verschieden, sondern nach Hersteller (Meister vs Schüler).

Wachs Eine der Schülerinnen Die andere Die Arbeitsstücke Meisterarbeit Wunderschöne Drachen Rama und Sinta Galerie Galerie 2

Nach stundenlangem Stöbern war's schon fast eins und damit der Kraton wieder offen. Was ich überlesen hatte: es gibt zwei Eingänge. Der eine ist nur mit ein bißchen Häuschen und Ausstellungsstücken anschauen, der andere ist der, wo man jeeeede Menge sehen kann. Dreimal dürft ihre raten, welchen ich erwischte.

Kraton Figurenkabinett ohne Beschriftung Dasselbe ein Stück weiter Hier stehen, liegen, sitzen sie wo's ihnen passt Teil des Kratons weiter drinnen Traditionelle Musikinstrumente Andachtsplatz? Blick von innen auf den Eingang Reliefmauer Ein weiteres Figurenkabinett Hübsch oder?

Der Markt war schon so gut wie zu, als ich endlich dort war. Warum haben die Touristenattraktionen hier auch maximal bis Sonnenuntergang offen?! Meistens sogar nur bis 15/16 Uhr. Selbst in Jakarta.

Nun ja. Am nächsten Tag stand Borobudur an. Der angeblich größte Tempel der Welt. Steht so auf den Informationsbroschüren. Wikipedia sagt 'eine der größten buddhistischen Tempelanlagen'... Auf jeden Fall buddhistisch. Hin ging's mit Bus - die Türen waren die ganze Zeit offen und der Fahrer fuhr wie ein Berserker. Angekommen erstmal was futtern. Dabei ein grün eingefärbtes Küken in einer Box hinter dem Tisch entdeckt. Für 10.000RP (ca. 90ct) verkaufe sie es, sagte die Imbissdame.

Küken. Grün.

Beim Nachfragen, wie wo was am besten wohin, meinte ein Touripärchen (Deutsche, natürlich), dass man das Stückchen auch laufen könne. Seien nur ein paar Minuten. Also zu Fuß Richtung Tempelanlage. Unterwegs gab's jede Menge Geschäfte. Unter anderem mit folgenden Kuriositäten:

Häschenohrenkopftücher Teletubbiesmobile

In der Tat war die Anlage nicht weit. Bis zum Ticketverkauf kam man erstmal an hunderten von Souvenirständen vorbei - da gab es jede Menge toller Sachen. Diverse Verkäufer wollten mir als Sonnenschutz (es war bewölkt) so Hüte andrehen, wie sie die royalen Damen bei festlichen öffentlichen Anlässen tragen. Ich glaube, es war ein Modell, was Lady Di mal trug. Unheimlich.

Da ich glücklicherweise meinen Studentenausweis mit hatte und auch auf die Idee kam mal nachzufragen, kostete mich der Eintritt die Hälfte vom Normalpreis. Das gute Ding lohnt sich hier immer wieder. Mit nem Eis und offensichtlich nicht professionell übersetzten Informationsbroschüren in der Hand ging's auf zum Tempel. Ach ja: man musste Sarongs tragen. So bedruckte Tücher um die Hüfte geschlungen. Männlein und Weiblein dieselben.

Auf dem Weg die Treppen hoch saßen ein paar Aufpasser, von denen einer ein Megafon hatte, über das er jeden zurechtwies, der sich ungebührlich benahm. Glaube ich zumindest.

Dann der Tempel. Von unten kann man leider kein komplettes Bild hinbekommen und es sieht auch so aus, als ob man nicht reinkäme. Zumindest war nirgends ein Eingang ins Innere zu entdecken, nur das Äußere war zu bestaunen.

Eingangsbereich Eingangsbereich 2 Hoch zum Tempel Der Tempel Die Umgebung Touris mit Sarongs Überall natürlich Buddhadarstellungen Scheinbar ein Regenwasserabfluss Relief Relief 2 Relief 3 Relief 4 Sch*** hohe Stufen Buddhas Ausblick Noch ein Buddha Sogenannte perforierte Stupas Blick zur Mauer und Umgebung Buddha in einer perforierten Stupa

Es war ein Montag und wie vom Lonely Planet beschrieben, gab's jede Menge Schulklassen auf dem Gelände. Alle wollten Fotos mit Ausländern. Teilweise liefen sie einem hinterher 'Miss, Miss! Can I have a picture?'. Manchmal hatte man gleich 20 Leute während des Fotofierens neben, hinter, um sich.

Coole Schüler Sicht zur Treppe nach unten Und noch einmal Buddha Posen mit Touri Stupas und die moderne Welt im Hintergrund Blick durch Stupas Richtung Weg zum Tempel Rotwild eingezäunt auf Tempelanlage Galerie Kunst an der Galeriewand Weg hoch zum Aussichtspunkt Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen Super Aussicht auf den Tempel inmitten von viiiel Grün Leider war keiner da, den man hätte fragen können, was das ist Weg runter Von unten Richtung Tempel Niedlich! Es gibt auch Popeye, irgendwo Reisfelder auf dem Weg mit dem Bus zurück Eingangsbogen des Borobudurgebietes

Fix und alle zurück. Zumal im Bus zurück auf einmal eine Horde etwa 10jähriger Jungs reinkam, die allesamt rauchten. Und zwar nicht irgendwelche selbstgedrehten, nein, starke gekaufte Zigaretten. Entsetzen.

Da ich wieder nicht wirklich zum Markt gekommen war, bin ich einfach außen ein wenig herumgelaufen und hab noch einige nette Souvenirs entdeckt. Dabei fing es an zu regnen. Richtig. Es schüttete doppelt und dreifach mehr aus Kübeln als ich es jemals in Europa erlebt habe. Regenzeit halt. Ich hatte keine Lust ewig unter einem Vordach zu warten, also ging ich die Buden der Reihe nach ab, wurde immer nasser und dachte mir schließlich, dass ich auch so nach Hause gehen könne. War ja nicht weit. Denkste.

Google Maps hatte mal wieder ein paar Kilometer übersehen. So kam es mir zumindest vor. Ich unterhielt mit meiner barfuß in Shorts und Top (schon das eine Ausnahme in der Regenzeit als Kleidung zu tragen) durchgeführten Wanderung vom Markt zu mir die halbe Stadt, bekam etliche Angebote irgendwo mich mit drunterzuquetschen und nahezu jeder lächelte oder lachte bei meinem triefenden Anblick. Ich konnte nicht allzu viel erkennen, hatte meine Brille hochgeschoben, da sie eh komplett bewässert war. Trotz allem: nur zu empfehlen! Vorausgesetzt man weiß, wie lange es dauert... =)

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Freitag, 30.11.2012 Reise

Tut mir leid, dass es etwas länger gedauert hat.

Der Eintrag hier ist nur, um auf der Karte die Reise von Jakarta nach Yogyakarta darstellen zu können. Der nächste ist dann ausführlich über Jogja. Viel Spaß! ^^

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Samstag, 01.12.2012 Bandung

Die Karte haut nicht ganz hin, da ich den Jakartapunkt nicht nachträglich vor Yogyakarta ziehen konnte.

Von Jogja ging's per Nachtzug nach Bandung, Westjava. Früher wurde es auch das Paris des Ostens genannt. Die Holländer wollten es wegen seines angenehmeren Klimas (kühler als Jakarta und Jogja) zur Hauptstadt machen.

Heute ist es eine Großstadt ("Kleinstädte" haben hier immer noch ne Million Einwohner) mit mindestens 3 größeren Universitäten, jeder Menge Dreck, Gestank und Stau sowie wunderschöner Umgebung. Das einzig Sehenswerte in Bandung, soweit ich feststellen konnte, ist die Moschee in der Jalan Asia-Afrika. Die allerdings war nur an Wochenenden für Touristen offen. Zumindest der Turm, von dem man eine gute Sicht auf die Stadt haben sollte.

Moschee bei Nacht Und bei Tag

Als ich nach mit dem Nachtzug in Bandung ankam, war es kurz vor 6. Früh. Die Business ('Bisnis') Class war recht bequem gewesen. Trotz nicht nach hinten klappbarer Lehnen. Meine Riesentasche passte auch grade so unter den Sitz, perfekt.

Leider hatte sie wohl während der Reise iwo einen Schlag abbekommen, das eine Rad war eingesunken und die Tasche hing schräg. Macht Spaß sowas 40 Stufen hochzuziehen.

Da keiner beim 'By Moritz Homestay' ans Telefon ging und nachdem ich genug gewartet hatte, dass ich was anderes finde oder das WiFi am Bahnhof funktioniert, heuerte ich nen privates Taxi an und ließ mich die 1000m fahren. Sie hatten zum Glück auch ein Einzelzimmer frei und der eine arme Kerl schleppte meine 25kg Tasche bis in den 3. Stock. Nach dem Check-in fiel ich in komatösen Schlaf, immer wieder unterbrochen durch Geräusche der Renovierungsarbeiten, die noch im Gang waren und vom Gepfeife und Gesinge der herumlaufenden Menschen.

Mein Zimmer:

Room Nr. 7 Zimmerchen Bad

Das da war ne Schiebetür. Somit hatte ich zwar - zu 95% - visuelle Privatsphäre, aber keinesfalls auditive (kann man das so sagen?). Andererseits hatte das niemand. Vielleicht die im obersten Stock (da war noch nen Dachgarten), aber insgesamt waren das verdammt dünne Wände und Türen. Zum Teil haben sie wohl auch renoviert, weil es Kommentare im Internet gab, dass die Wände nur aus Pappmaché seien und daher alles zu hören. Hübsch war es. Recht sauber auch. Im Bad haben sie scheinbar die alten Schrauben und Dichtungsringe an den neuen Apparaturen verwendet.

Frühstück war inklusive, bestand aus Toast und Ei oder Toast und Marmelade. Die Marmelade und Butter haben grad mal für eine der beiden Toastscheiben gereicht, also wurde einfach zusammengeklappt. Später gab es sogar noch andere Gerichte zu kaufen, sodass man bei dem starken Regen nicht mehr rausmusste, sondern nur etwas mehr Geld da ließ.

Die Lobby war wirklich angenehm eingerichtet.

Zwischen Tresen und Rezeption Eingang und Rezeption Tresen und Küche, Köchin + Angestellte Sofa-Fernseh-Buchecke

Und es wurde so sehr gequalmt von allen Angestellten und beinahe allen Gästen, dass ich mir innerhalb eines Abends wie nen Räucherkäse vorkam. Hier hält sich niemand an Rauchverbote oder dergleichen. In jedem Laden, Bus, Café, etc wird geraucht. Keiner nimmt Rücksicht auf eventuelle Nichtraucher. Ich hab sie lediglich dazu bringen können, sich wegzudrehen oder wegzusetzen. Leider gab's nur in der Lobby und teilweise im zweiten Stock WiFi, so verbrachte ich mehr Zeit in zugequalmter Umgebung als mir lieb war.

Des Weiteren war ich mit meiner auffällig hellen Haut eine Art Kuriosität in Bandung. Die Hälfte der Angestellten sprach mich immer wieder darauf an, Leute auf der Straße, eine ältere Dame, die wie ich beim Postamt wartete. 'Schön' war der meistgenutzte Begriff. Kaum einer schaute mir dabei ins Gesicht. Wenn sie mich anschauten, dann kam ein paar Mal die Frage, ob ich wenigstens teilweise chinesischer Herkunft sei. Von Asiaten kam diese Frage...

Irgendwann nach mir kamen zwei deutschsprachige Schweizerinnen ins Homestay, die im Zimmer neben mir wohnten. Schnell kam man ins Gespräch. Bald stand der Plan gemeinsam zu den heißen Quellen zu fahren und vorher auf der Shoppingstraße in Bandung mal rumzugucken.

Bandung hat sich irgendwann zum Zentrum lokaler Designer und vor allem lokaler Jeansmode etabliert. Das alles für Spottpreise. Wir hatten noch nicht mal den Outdoorladen erreicht, als es wieder anfing zu regnen. Wir fanden Unterschlupf in der Kantine eines College. Großes Staunen der Schüler/Studenten, aber furchtbar freundlich und hilfsbereit.

Als der Regen nach einer halben Ewigkeit ein wenig nachließ, liefen wir schnell weiter. Es wäre grad mal 200m hoch die Straße gewesen. Der Laden war enttäuschend klein, einige Produkte entsprachen deutschen Preisen, einige waren sehr billig. Während des Ladenbesuchs gewann der Regen an neuer Stärke. Blieb nur Taxi für den Rückweg. Der Mann hatte natürlich keine Ahnung, wo unsere Straße war (warum haben die hier keine Navis??) und Mimi quatschte ihn frustriert auf schwytzerdeutsch zu. Endlich fand er hin und wir waren halbtrocken zurück. Kein guter Abend für heiße Quellen. Dafür gab's ne Geburtstagsfeier irgendeiner Verwandten vom Chef des Homestays und dazu freies Essen. Jede Menge Fleisch und Reis. Und Regenbogenfarbensahnetorte.

Nächster Tag. Heute wollten wir aber los. Mittlerweile waren noch ein polnisches Pärchen und ein Canadier angekommen, die die Tour ebenfalls machen wollten. Waren wir schonmal 6. Da wir keinen besseren Anbieter finden konnten, nahmen wir das Angebot eines der Homestayguides an. Im Bus auf zu den heißen Quellen, quer durch die Berge außerhalb Bandungs.

Vorher noch mit dem Canadier und den Schweizerinnen die Straße mit den billigen Lederwaren ablaufen. Der Travelguide, den die Mädels dabei hatten, ließ es wie 2km Fußweg aussehen. Nach einer Stunde laufen waren wir immer noch nicht angekommen. Schätzungsweise 5km wäre die wirkliche Distanz gewesen. Überall Fotos schießen, snacken, Michel kaufte sich einen lustigen Hello-Kitty-Regenschirm. Eine Straße war voller Fisch- und Kleintierhändler. Lederwaren gab es viele, aber nicht das Gesuchte. Nach langem Überlegen entschloss ich mich wiederum meine kaputte Tasche durch einen billigen 80l-Reiserucksack zu ersetzen. Lediglich 160000RP wollten sie für das Monstrum haben...

Arabischsprachiger Buchladen Eine Waschmaschine... Ein Essensstand wird an einen anderen Ort gebracht Michel und sein Schirm Auch so kann Nahrung transportiert werden Kampffische in Gläsern 3 Schildkröten in einer Box Das arme Ding Nemo in knallrot Kleintiere Erst zeigten sie mir den Hintern, dann von ihrer netten Seite Aale Eine Giftschlange!! Das Häschen durfte wenigstens frei laufen Der lief durch die Gegend und sammelte Regenschutzvariationen Auch für Pferde gibt es was gegen Regen

Für den Vulkan war's schon zu dunkel als wir hochfuhren, dafür gingen wir lecker Essen in einem Restaurant an der Straße. So verbrachten wir die Zeit bis die Quellen hoffentlich nicht mehr so stark besucht wären. Sie sind übrigens 24h offen.

Raus aus Bandung Raus aus Bandung Berge Chilifelder Und noch mehr Dunst und Nebel Lustige Biker Fotopause Essen Nasi Goreng Fritten - sehr zahlreich... Mit Essen spielt man gern Auf zu den Quellen Fishtherapy Und da wäre Fischtherapie gewesen Familienspaß Licht und Schatten Da ist nen Wasserfall im Dunkeln Spaß beim Baden Die künstliche Anlage

Das Wasser war zwar angenehm heiß bis warm, allerdings musste man bei den natürlichen Pools für die Umkleide jedes Mal 2000RP zahlen und der größte Pool, der auch einen Wasserfall hatte, war ... dreckig. Shampoopackungen schwammen rum, Fischexkremente und was weiß ich. Das Wasser roch süß-salzig und nach leicht schlechten Eiern. Schwefel.

Den großen, künstlichen, Pool hätte man eigentlich nochmal extra zahlen müssen, aber es saß niemand im Häuschen. Wir gingen einfach durch und sparten ^^

Für meine Fragebögen fuhr ich mehrfach zum ITB - Institut Teknologi Bandung. Eine wirklich schöne Universität. Auf Wiki könnt ihr euch das Haupthaus ansehen. Im Regen war's nicht so gut zu fotofieren.

http://en.wikipedia.org/wiki/Bandung_Institute_of_Technology

Die Studenten sind ausgesprochen hilfsbereit und scheinen sehr engagiert in ihren Clubaktivitäten zu sein. Als erstes lief ich Bauingenieurstudenten in die Arme. Sie nahmen mich in ihr Clubhaus mit, servierten mir Tee, erledigten die Fragebögenohne weiteres und waren die ganze Zeit begeistert am Schnattern auf Englisch. Einige von ihnen waren wohl an ebenjenem Tag aus Deutschland zurückgekommen. Außerdem hatte ihr Frauenbasketballteam ein Spiel gegen das der Businessmanagementmannschaft. Ordentlich Getrommel, Fangesänge, Fahnenschwenken. Nach dem Spiel laufen alle der Siegermannschaft auf den Platz und machen eine Art gemeinschaftliches Hipp Hipp Hurra.

Arbeiten im Clubraum Der obere Bereich des Raums Meine tapferen Helferlein Treppe nach oben Das Spiel Punktestand Gruppenhurra

Und hier noch ein netter Schnappschuss

Tastaturflipflops

So. Dann auf nach Bali. Wenigstens ein wenig Strandschlaf. =)

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Dienstag, 04.12.2012 Bali

So. Letzte Reisestation erreicht.

Das heißt, bis ich dort ankam, hab ich das Vergnügen gehabt, eine unglaublich schnell arbeitende Taxirufnummer kennenzulernen. Die haben mich doch glatt 1h warten lassen, bis ein Rückruf kam. Da war ich natürlich längst am Flughafen angekommen und schon beinah durch den Check-in. Der nette By Moritz Chef hat mich noch persönlich zur Straße gebracht und mir geholfen ein Taxi zu finden. Ironischerweise eines genau der Firma, die ich angerufen hatte.

Nach sämtlichen Checks musste ich feststellen, dass es erstens kein Essen mehr gab im Wartebereich (das Restaurant schloss gegen 22.00), zweitens keine Möglichkeit Briefmarken zu kaufen, drittens keine Möglichkeit Postkarten einzuwerfen und viertens: dass es ÜBERHAUPT keinen Postkasten im und um den Flughafen gab! Dazu kam dann eine Verspätung des Starts um ca 1h. Nachdem sie uns im Unwissen hatten sitzen lassen, bemühte man sich um eine Durchsage, nach der allgemein aufgestöhnt wurde, weil sie eben 1h 'Delay' verhieß. Fantastisch.

Inzwischen hatten sich zwei Indonesier angefangen mit mir zu unterhalten. Der eine war ein Hotelchef, Hotel sehr nahe am Flughafen in Denpasar, der andere musste zufälligerweise genau in dieses Hotel für irgendeine Veranstaltung. Da ich so freundlich gewesen war auf ihre Sachen aufzupassen, während sie sich die Zeit mit Rauchen vertrieben, waren sie so nett, mich zum Hotel mitzunehmen, wo schon ein Blue Bird Taxi auf mich wartete, um mich zu meinem Hostel zu bringen. Meinen 80l Reiserucksack hatte ich der Bequemlichkeit halber beim Lockerservice am Flughafen gelassen, für 25000RP, also ca. 2,50€ pro Tag.

Das Hostel - Bene Yasa I  - ist ... schwer zu beschreiben. Ich hatte vorher im Internet nach Bewertungen gesucht und sehr unterschiedliche Meinungen gefunden. Da es im Viertel Kuta liegt, mitten in einer Straße hunderttausend weiterer Hostels und sehr nahe am Strand, ist es wohl eine beliebte Unterkunft. Es hat einen hübschen Innenhof mit Pool. Mein Zimmer dagegen war grottig. Ich dachte mir, dass ich schon sehen werde, ob die Bettwäsche und die Zimmer wirklich in einem so scheußlichen Zustand sind, wie bei den Bewertungen beschrieben. Es war nicht übertrieben. Ich konnte mich nicht durchringen, das ganze auch noch auf Foto festzuhalten. Die Toilettenspülung lief permanent und die Toilette selber ist wohl das letzte Mal bei Errichtung der Gebäude von innen geputzt worden. Das Wasser aus der Dusche roch seltsam, unangenehm. Waschbecken + Waschtisch waren ... fleckig, komischerweise sah das Sieb brandneu und gewienert aus. Das Zimmer insgesamt war nicht sonderlich sauber, aber auch nicht angenehm gereinigt. Die Fenster und die Balkontür hielten leider kaum den Lärm von draußen ab und irgendwelche Id...ealisten meinten nachts um zwei mit ner Motorsäge oder etwas ähnlichem hantieren zu müssen. Die Bettwäsche war offensichtlich gewaschen, allerdings schien der im Internet beschriebene Dreck vom Deckenventilator zu kommen. Ich hatte ihn kurz aus - und hab danach nicht wieder hochgesehen. Gruselig. Brrrrr.

Am nächsten morgen wollte ich weiter. Sicher war ich mir nicht, aber ein Blick in die touristenüberfüllten Straßen Kutas und die Massen Souvenirshops mit nicht Englisch sprechenden Verkäufern stimmten mich schnell um. Ich musste da weg. Medewi Beach, an der Westküste 80km zurück Richtung Java war mir gepriesen worden. Es war ein riesiger Aufwand jemanden zu finden, der mich bis dahin brachte - für wenig Geld. Der Rezeptionist sprach kein gutes Englisch und der hellste war er auch nicht. Wirklich. Er konnte mir nicht mal sagen, ob es Busse gibt. Und verstand nicht, dass ich nach Bussen im Allgemeinen statt nur nach Medewi fragte. Dahin gibt es übrigens Busse, stellte ich später fest. Allerdings nur von Denpasar Terminal aus.

Also: drei Uhr nachmittags ging's los mit dem Motorrad nach Medewi. Mit Zwischenstop überall, wo ich wollte, so der Deal. Ich war schon fertig genug, sodass ich mir nur den Tempel Tanah Lot ansah. Ein hinduistisches Schmuckstück direkt am Wasser, auf den Klippen. Bali ist überhaupt sehr hinduistisch geprägt. Auch heute noch gibt es jede Menge Hindus dort sowie viele Bauten, die wie hinduistische Tempel anmuten. Sehr hübsch, wenn auch etwas dunkel gehalten.

Bali und seine Routen Roller- und Motorradzapfsäule mit Personal Imbiss im Hindustil Fahrt 1 Fahrt 2 Fahrt 4 Fahrt 5 Fahrt 6 Fahrt 7 Fahrt 8 Fahrt 9 Fahrt 10 Fahrt 11 Fahrt 12 Fahrt 13 Fahrt 14 Fahrt 15 Fahrt 16 Fahrt 17 Fahrt 18

Der erste weitere Eindruck von Bali nach dem Touristennest Kuta: jede Menge Motorräder und Roller, die alle wie die Blöden durch jede noch so kleinste Lücke im Verkehr sausen (mein Fahrer war zum Glück weniger halsbrecherisch veranlagt), viele grüne Felder, Reisterrassen, Palmen, hinduistische Bau- und Bildhauerkunst. Erstaunlicherweise gab es nicht so viele Straßenimbisse und Garküchen wie in Java. Dafür Menschen, denen Reiskörner oder ähnliches an der Stirn klebte, wo bei Indern der aufgemalte Punkt ist.

Dann Tanah Lot. Ein Hindu-Tempel auf einem Inselchen vor der Küste Balis. Auf dem Festland um die Insel sind weitere Tempelanlagen und dergleichen errichtet worden, der Ursprung war jedoch das Inselchen. Sie ist ohne nass zu werden nur bei Ebbe erreichbar - mein Glück, dass gerade Ebbe herrschte. Den eigentlichen Tempel dürfen jedoch nur Gläubige betreten. Man steht also davor und fotofiert, zahlt vielleicht dafür, dass man vom Heiligen Wasser trinken darf (eine Süßwasserquelle entspringt in einer Höhle der Insel, bei Ebbe quasi aus dem Meer) und hat jede Menge anderer Touris um sich. Nur dass hier alles recht ruhig und gesittet abläuft, ohne drängeln etc wie auf Java. Mit weniger Menschen um sich könnte man den Ort wirklich genießen. Außer der Heiligen Quelle gibt es noch eine Höhle am Fuße der Felsen des Festlands gegenüber der Insel, in der Heilige Schlangen von Priestern bewacht werden. Ich traute mich nicht recht hin, weil ich Bilder Kobra beflötenden Inder im Kopf hatte. Gut so. Als ich grad Wikipedia checkte, stand dort, dass es sich in der Tat um hochgiftige Schlangen handeln soll, die man sich gegen einen kleinen Obolus von den Priestern zeigen lassen könne. Angeblich hätten sie noch nie gebissen.

Auf einer der Treppen zwischen den Souvenirständen vergnügte sich eine Truppe Muslima mit Gesängen. Scheinbar fühlten sich andere Touris zum Tanzen animiert, zumindest sah ich einige unbeholfen Drehungen vollführen. Unter lautem Gejohle der anderen ließ sich eine der Damen mit zwei männlichen Touris ablichten. Man hätte ihnen Stunden zusehen können.

Eingang von hinten Da find mal die Ticketkontrolle Masken als Souvenirs Wieder ein schöner Strauch Eingangsportale Lustige Skulptur mit Rock und daneben ne Schlange am Mann Blick nach unten Tempelanlage auf Festland Weitere Portale Traditionelle Kleidung Blick zum Aussichtspunkt Touristen, Touristen, Touristen Eingang zu anderer Tempelanlage Blick an Küste entlang Tanah Lot Wellen hinter Tanah Lot Warten auf das Heilige Wasser Landzunge weiter südlich Fotoshooting nach Erhalt des Heiligen Wassers Blick vom Inselchen zur restlichen Tempelanlage Auf zum Gift Kleine Mädchen, die Blumenschmuck verkaufen Blick zum Eingang hoch Schlangenland Figuren vor dem Tempeleingang

Anschließend ging's weiter an der Küste entlang nach Norden. Es wurde dunkler und dunkler, Regenwolken zogen auf. Vorher konnte man aber noch einen hübschen Sonnenuntergang bewundern. Die letzten 20 Minuten regnete es in Strömen. Etwas kalt, aber ein herrliches Gefühl, so durch den Regen zu sausen.

Fahrt 19 Fahrt 20 Fahrt 21 Fahrt 22 Beweisfoto Helm Fahrt 23 Fahrt 24 Fahrt 25 Fahrt 26 Nebeneinander fahren und quatschen Fahrt 27 Fahrt 28 Fahrt 29 Fahrt 30 Irritierend: Hakenkreuz etwas verdreht ist ein altes asiatisches Symbol für Glück Gespenstische Werbung mit Gollum Fahrt 31 Fahrt 32 Fahrt 33 Fahrt 34 Traditionelle Kleidung Frau Fahrt 35 Fahrt 36 Fahrt 37 Fahrt 38 Fahrt 39 Fahrt 40

Angekommen gab's erstmal nen schönen süßen heißen Tee. Das Losmen Gede ist zugleich ein Warung, Garküche zu Deutsch. Es gibt eine Terrasse direkt über einem Steinstrand. Das Essen ist fantastisch. Von Nasi Goreng über Burger bis hin zu Balinesischen Spezialitäten (mussten min einen Tag vorher bestellt werden) und Pancakes bekommt man hier alles zu einem recht günstigen Preis. Die Familie, die das Homestay betrieb war ausgesprochen herzlich und zudem soweit des Englischen mächtig, dass man jegliche Information ohne langes Gefrage erhielt. Die Zimmer waren recht 'basic': Einzelbetten mit sauberen Bezügen und einer dünnen Wolldecke für kalte Nächte, Standventilator, kleines Tischchen, Bad ohne warm Wasser und Toilette ohne Spülung - es wurde per Hand gespült... 50.000RP (ca 5€) pro Nacht für eine Einzelperson in einem Twinzimmer (zwei Einzelbetten).

Die Fenster und Türen ließen recht viele Geräusche durch, genauso wie die kleinen Luken an den Schmalseiten des Zimmers, die gar nicht erst durch Fenster, sondern nur durch Fliegengitter 'verschlossen' waren. Da aber nicht allzu viele Gäste kamen (hauptsächlich Surfer) und diese Gäste nicht zu den Partygängern zählten, war es dennoch ruhig. Nur der Ozean verursachte ein permanentes Rauschen.

Leider kam die Regenzeit auch hier an. Tagsüber war es meist sonnig und sehr warm, abends kühlte es ab - okay, immer noch warm - und es begann häufig zu regnen. Zu strömen. Ich wurde nach Yogyakarta das zweite Mal komplett durchnässt, da ich grad am Strand Fotos machte, als der Regen plötzlich begann. Nirgends ausreichend Schutz in unmittelbarer Umgebung.

Strand vor dem Losmen Andere Seite Kleine Opfergaben überall Flussmündung ins Meer Wogende Welle Spuren im Sand Strand ohne Steine (zumindest nicht sichtbar) Surfwasser Regen beginnt 2 Sekunden später 4 Sekunden später 6 Sekunden später Riesengecko auf Insektenfang Angler am Meer Noch mehr Angler Krebschen neben Stein

Da war ich nun. Lag den lieben langen Tag in der Sonne oder auf einer Liege unter dem Terrassenvordach. Kein Internet, zumindest funktionierte der Webstick meist nicht und das Internetcafé war lange nicht offen. Surfern zusehen. Am Strand Muscheln und Steine bestaunen oder gar sammeln.

Einen Abend flogen plötzlich massig Insekten durch ein Miniloch in den Insektenschutzgittern. Überall waren die. Auch draußen. Der Gecko saß vor dem Fenster und fraß sich satt. Am nächsten morgen waren sie verschwunden, stattdessen überall Flügel. Seltsames Schauspiel.

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Donnerstag, 06.12.2012 Gewitter und Rückreise

Ab hier gibt es wieder keine Fotos.

Am letzten Nachmittag wollte ich noch ein paar Bilder während der Ebbe machen. Über und durch die Steine bis an den Rand der Wellen wandern und von dort aus Surfer ablichten, das Wasser bewundern etc. Da sich im flachen Wasser und auf den meisten Steinen so kleine Muscheln befanden, suchte ich mir behutsam meinen Weg über die großen Steine. Vorsichtig vortasten, ob's auch nicht zu rutschig ist, Gewicht verlagern, rüber. Wie man sich jetzt schon denken kann, ging das Manöver irgendwann schief. Während des Gewichtverlagerns rutschte ich doch weg und ehe ich wusste, wie mir geschah, war ich nach hinten gekippt, im Wasser gelandet und mit dem Kopf an einem Stein angeschlagen. Die Kamera war dabei sekundenlang auch im Wasser gewesen. Erstaunlicherweise sah ich weder Sternchen noch schwanden mir die Sinne. Höllisch weh tat's trotzdem. Ich rettete die Batterien und die SD-Karte aus der Digicam und wanderte zurück zum Zimmer. Den kleinen Kindern, die nicht unweit von meiner Route durch die Steine gespielt hatten, werd ich wohl das bestmögliche schlechte Vorbild gewesen sein. Da brauchen die Eltern kaum noch was über Gefahren beim Klettern auf nassen Steinen sagen müssen...

Nach mehrmaligem Anlauf ließ sich die Speicherkarte abends überreden die Bilder auszuspucken. Die waren gerettet. Die Kamera tat noch keinen Mucks. Auch nicht am nächsten Tag, dem Abreisetag. Der wurde nachts durch ein heftiges Gewitter eingeleitet. Es muss mehrmals ganz in der Nähe eingeschlagen haben. Ein Krachen war so heftig, dass es sich anfühlte, als ob der Zaun vor der Tür getroffen worden wäre. Die Ohren wären mir fast abgefallen. Morgens keine sichtbare Spur irgendwelcher Ereignisse der Nacht.

Rückfahrt: Stellt euch einfach die Bilder der Hinfahrt rückwärts und im Morgenlicht vor. Aus dem Bus. Schöne grüne Reisfelder, Palmen, kleine Orte, die gerade zum Leben erwachten, verrückt durch die Gegend schießende Motorräder - der Bus war allerdings nicht besser.

Ich hatte den Flug nach Jakarta für 12.00 gebucht, damit ich noch viel Zeit bis zum Anschlussflug nach Abu Dhabi habe. Gegen 9.30 war ich am Busterminal Denpasar, 16km vom Flughafen entfernt. Geld ziehen, Taxi suchen, los. Die Fahrt sollte nur ne halbe Stunde dauern, womit ich immer noch mehr als genug Zeit gehabt hätte bis zum Schließen des Schalters.

Der Schlag auf den Kopf war wohl ne Warnung gewesen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum in den letzten beiden Tagen nahezu alles schief ging: das Taxi steckte bald mitten in einem gigantischen Stau, ich kam erst kurz vor Abflug an und konnte damit den Flug vergessen. Bei AirAsia hätte ich gute 100€ für den nächsten Flieger zahlen müssen, zuzüglich Übergepäckgebühren, da der schon 1,5h später abgehen sollte und am Check-in Schalter nur bis 15kg Check-in Gepäck gebucht werden können... Auf gut Glück fragte ich beim Service von Merpati Air nach dem nächsten Flieger. 14.00 ab, 14.45 in Jakarta, 42€ inkl 20kg Check-in Gepäck. Puuuuh. Merpati ist toll. Super Preise, super Service auch im Flugzeug (selbst Boardshopping schien nicht überteuert zu sein), einfach klasse! Allerdings gehören sie wohl zu den Linien, die innerhalb der EU nicht fliegen dürften.

Beim Nasi Goreng vor dem Flug saß ein Australier mit extrem viel Gepäck mir gegenüber. Seine Frau und sein Sohn seien grade bei der Massage, sie müssten weitere 5h warten, bis ihr Flug nach Lombok ginge. Er erzählte ein wenig und behauptete einen Song des neuen Joe Cocker Albums geschrieben zu haben. Ich hab das grad mal überprüft. In der Tat scheint der Typ in Australien ne ordentliche Größe zu sein. Sachen gibt's. Wen's interessiert:

http://en.wikipedia.org/wiki/Ross_Wilson_%28musician%29

Der Flug mit Merpati war angenehm. In Jakarta schleppte ich mich bis kurz vor den Etihadschalter. Dann war mir mein Rucksack doch zu schwer und ich schrieb auf dem Boden hockend erstmal Postkarten bis zum Beginn des Check-ins. Der war in der Tat nur 30m weiter. Pff. Anschließend ging's wieder auf Briefmarkensuche. Wie üblich verkaufte kein Geschäft welche, jeder beschrieb mir eine andere Richtung zur Post und letzten Endes teilte man mir mit, dass sie bestimmt schon zu habe. Nach dem Security Check solle es im Buchladen Briefmarken geben. Sicher? Ja! - Es gab im Buchladen keine Briefmarken. Langsam wurde ich nervös. Und dann: ein Gemischtwarenladen führte nicht nur Briefmarken, ich konnte meine Karten auch gleich dort lassen und musste nicht erst einen Briefkasten (sicherlich mal wieder nirgends vorhanden) suchen. Lucky! Das Briefmarkensystem in Indonesien ist seltsam. Während ich von Südjakarta und Bali aus 10000RP (90ct) pro Marke nach Europa zahlte, waren es in Bandung nur 6500 und am Flughafen Jakarta gar nur 5000RP!

Die Hürde los und um beinahe alles Bargeld erleichtert, konnte ich entspannt zum Boarding gehen. Hier erwartete mich der erste richtige 'Taschen-und-Rucksack-durchwühl'-Check. Erstaunt waren sie offensichtlich darüber, dass ich lediglich ein Deo, Zahnbürste und Zahnpasta im Flüssigkeitsbeutel bei mir führte - 'Is that all?!'.

Fenstersitzplatz, der neben mir frei, Unterhaltung am Monitor vor mir und super Service bzgl Essen und Trinken. Mir ist vorher gar nicht aufgefallen, wie entspannend so ein Langstreckenflug sein kann. Nur bei der ersten Mahlzeit fühlte ich mich geringfügig vom Schicksal veräppelt: für Vegetarier gab's Auberginenmoussaka mit Pilzirgendwas. Pfui, doppelt bäh! Und ausgerechnet hier kümmerte man sich zum ersten Mal darum, dass ich meine bei der Buchung angegebene Mahlzeitenwahl auch bekam (auf dem Hinflug konnte ich auf Nachfrage wählen). Zum Glück war noch ein Hühnchengericht übrig geblieben, sodass ich mein Auberginenmassaker dagegen eintauschen konnte.

Abu Dhabi: freundlich wie immer, kein Gepäck suchen, dass gleich weitergeleitet worden war, Umfrage mit lauter 'nicht genutzt' beantworten (armer Kerl), Läppiladekabel mit ordentlich Gewalt in die nichteuropäischen Steckdosen hämmern und die 2,5h Wartezeit so einigermaßen angenehm verbringen. Lediglich eine Duschmöglichkeit fehlte.

AirBerlin: wieder einmal gab's ein niedliches Täschchen voll Nachtflugzubehör (Socken, Schlafmaske, Ohrstöpsel, Reisezahnbürste + Minizahnpastatube), Kissen, Decken, Essen (auch hier bevorzugte Behandlung - ein Hoch auf Möchtegernvegetarier sein!) und: Spiele am Monitor vor mir! Mahjongg bis zum Aufsetzen gespielt. Zumindest die letzten zwei Flugstunden.

Ca. 6:30 Uhr am 5.12. hatte mich Deutschland bzw Berlin wieder. Ne halbe Ewigkeit später hatte ich dann auch mein Gepäck zurück, noch freundlich mit einer Schwedin auf Heimreise gequatscht und dann den Weg zum TXL-Bus gefunden. NATÜRLICH funktionierte der Fahrkartenautomat vor dem Flughafen nicht. Und genauso natürlich funktionierten die Geräte des BVG-Häuschens nicht. Unnatürlicherweise funktionierte der DB-Fahrkartenautomaten.

Und jetzt: ENDE. Beinahe jedenfalls ;-)

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